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Der Nasrudin-Fehler

von Klaus Kusanowsky

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06.11.2015

Mit der Durchsetzung des Web 2.0 ist einiges in der Gesellschaft durcheinander geraten und man kann ganz nüchtern feststellen, dass auch in nächster Zeit einiges an Wirrwarr zu erwarten ist. Wie immer, wenn sich in der Gesellschaft Innovationen ankündigen, entsteht dafür eine eigene Zuständigkeit von Experten. Im Fall des Internets handelt es sich um sogenannte Internetexperten, Erklärbären, Leute, die sich auskennen und die eine bestimmte Kompetenz beanspruchen und glaubhaft machen wollen, nämlich die, dass sie in Sachen Internet besser informiert und kompetenter sind als alle anderen.
In einem Vortrag möchte ich erklären, warum sie diesen Anspruch nicht erfüllen können. Der Grund dafür ist, dass Internetexperten reine Phantome sind, die nichts besonderes können oder wissen, weil das, was sie können oder wissen und jeden Tag tun genau dem entspricht, was auch für alle anderen gilt: Sie surfen im Web. Mehr nicht. Deshalb treffen Internetexperten nur auf Nutzer, die keine andere oder schlechtere Kompetenz haben. Das heißt: Internetexperten sind Interneterklärer, die anderen Interneterklärern das Interneterklären wollen. Das führt zwar zu interessanten Diskussionen, die aber größtenteils folgenlos bleiben, weil mit diesen Diskussionen keine Steigerung von Medienkompetenz verbunden ist.

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