Der Nasrudin-Fehler
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06.11.2015
Mit der Durchsetzung des Web 2.0 ist einiges in der Gesellschaft
durcheinander geraten und man kann ganz nüchtern feststellen, dass auch
in nächster Zeit einiges an Wirrwarr zu erwarten ist. Wie immer, wenn
sich in der Gesellschaft Innovationen ankündigen, entsteht dafür eine
eigene Zuständigkeit von Experten. Im Fall des Internets handelt es sich
um sogenannte Internetexperten, Erklärbären, Leute, die sich auskennen
und die eine bestimmte Kompetenz beanspruchen und glaubhaft machen
wollen, nämlich die, dass sie in Sachen Internet besser informiert und
kompetenter sind als alle anderen.
In einem Vortrag möchte ich erklären, warum sie diesen Anspruch nicht
erfüllen können. Der Grund dafür ist, dass Internetexperten reine
Phantome sind, die nichts besonderes können oder wissen, weil das, was
sie können oder wissen und jeden Tag tun genau dem entspricht, was auch
für alle anderen gilt: Sie surfen im Web. Mehr nicht. Deshalb treffen
Internetexperten nur auf Nutzer, die keine andere oder schlechtere
Kompetenz haben. Das heißt: Internetexperten sind Interneterklärer, die
anderen Interneterklärern das Interneterklären wollen. Das führt zwar zu
interessanten Diskussionen, die aber größtenteils folgenlos bleiben,
weil mit diesen Diskussionen keine Steigerung von Medienkompetenz
verbunden ist.
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