Chaotikum Jahresrückblick - 2021

Das neue Normal hat sich gefunden. Teilweise virtuell, teilweise wieder vor Ort. Nicht wirklich 100% aber immerhin nicht 0%. 2021 war daher auch eine Gelegenheit virtuell die Fühler auszustrecken, zu Kooperieren und Strukturen zu verbessern.

Virtueller Space mit Open-Source-Technologien

Im letzten Jahr haben die virtuellen Events zwar merklich ihren Reiz verloren (was 2020 noch neu war, ist letztendlich eben doch nur eine weitere Stunde in einer Videokonferenz) aber die geschaffene Infrastruktur aus Open-Source-Tools um das Zusammenarbeiten und (zumindest virtuelle) Zusammensein zu ermöglichen, wurde dennoch weiterhin genutzt.

Das Videokonferenzsystem BigBlueButton des Chaotikums hat 2021 über 1.600 Meetings verzeichnet. Von der Mitgliederversammlung bis zum verteilten Familientreffen war alles dabei. Damit dies für möglichst viele einfach ist, haben wir auch die Registrierung für einen Chaotikum-Account erleichtert. Davon haben im letzten Jahr mehr und mehr Menschen Gebrauch gemacht.

Wir finanzieren uns fast vollständig durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Wenn du uns unterstützen möchtest, kannst du dies durch eine (Förder-)Mitgliedschaft, mit einer Spende oder einem Dauerauftrag tun.

Du kanns auch unsere Projekte bei Betterplace unterstützen.

Die Zeit haben Mitglieder aber nicht (nur) damit verbracht, online zu sein und zu warten, dass die Einschränkungen zu Ende gehen: Mitglieder halfen dabei, Laptops zu sammeln und aufzusetzen, damit digitale Teilhabe auch für Menschen möglich wird, die bisher keinen Laptop haben. Andere halfen mit IT-Expertise beim Aufbau von Corona-Testzentren.

Vernetzt

Auch wenn es schwieriger war, tatsächlich zusammen zu kommen, haben wir auch 2021 versucht, die Zusammenarbeit mit Organisationen und Vereinen fortzuführen, wo es möglich war, und neue Kooperationen anzupacken, wenn sich die Gelegenheit ergab.

Zusammen mit Freifunk Lübeck haben wir das Jugendzentrum der Falken mit Freifunk ausgestattet. Auf Anregung der Falken und im Rahmen unserer Kooperation im Lüecker Jugendring haben wir den Abschnitt zur Medienkompetenz bei der JuLeiCa-Ausbildung im Jugendhaus „Seeblick“ übernommen.

Verstärkt haben wir auch unsere Teilnahme an Initiativen des Landes im Rahmen unserer Arbeit als „Digitaler Knotenpunkt“ in Schleswig Holstein. Im November nahmen wir im Digitalisierungsministerium in Kiel am Vernetzungstreffen teil. Aktiv beteiligen wir uns auch an den Gesprächsrunden zur zukünftigen Matrix-Instanz auf Landesebene.

Beim Coding da Vinci 2021 in Schleswig Holstein unterstützten wir mit unserer digitalen Infrastruktur die Veranstaltung. Über 100 Teilnehmende nutzten unsere Gitlab-, BigBlueButton- und HedgeDoc-Instanzen um großartige, kreative Projekte umzusetzen. Entspannen konnten sich die Teilnehmenden des Coding da Vinci im virtuellen Lübeck, unserer Workadventure-Instanz.

Unsere virtuelles Lübeck wurde u.a. auch bei den Kieler Linux-Tagen genutzt. Zusammengearbeitet haben Mitglieder in verschiedenen Aktionen und Projekten auch mit singlesource.pub, Chaos Flensburg und vielen, vielen mehr.

Ende des Jahres liegen bei uns Flyer für den Lübecker Radentscheid aus. Gute, zukunftsfähige Infrastruktur ist nicht nur digital ein wichtiges Thema.

Veranstaltungen

Auch wenn die Frequenz von Online-Veranstaltungen abnimmt, haben natürlich dennoch Online-Veranstaltungen stattgefunden. Anfang des Jahres haben Mitglieder das DiVOC mit organisiert und auch den virtuelle Kidspace auf der Veranstaltung mit Infrastruktur unterstützt.

Es haben mehrere Freitalks am Freitagabend stattgefunden, unter anderem über die Anonymisierungsinfrastruktur „Tor“. Es war eine große Freude für diesen Vortrag Jens “qbi” Kubieziel von Zwiebelfreunde e.V. zu gewinnen.

Einige Male haben auch die 5-Minuten-Termine und die Podcastperlen stattgefunden, dabei wurde u.a das Projekt Poetry Therapy von der „BRüCKE Lübeck“ vorgestellt.

Unsere große Offline-Veranstaltung mussten wir allerdings auch 2021 absagen. Die Night of Open Knowledge wird hoffentlich 2022 wieder im Audimax der Universität zu Lübeck stattfinden können.

Am Ende des Jahres steht nun die größte der Online-Veranstaltungen an, an der wir natürlich wie auch letztes Jahr mit großer Freude Teilnehmen werden: Der rc3 des CCC. Wir kooperieren hier auch wieder mit dem Kidspace.

Dazu haben natürlich die monatlichen Plena und die Mitgliederversammlung online stattgefunden.

Neben diesen Veranstaltungen haben verschiedene Gruppen ihre Projekte natürlich fortgesetzt. „Chaos macht Schule“ hat fleißig für eine Zeit nach Corona geplant und Ideen getestet, wie die neu angeschafften Lego-Roboter für Informatikunterricht eingesetzt werden können. Auch mit Themen wie LoraWAN, 3D-Druck und vielem mehr haben sich Mitglieder weiterhin beschäftigt.

Für 2022 planen wir schon fleißig mit vielen Kooperationspartnern an weiteren Veranstaltungen und Projekte. On- und hoffentlich auch offline.

IoT für den Nobreakspace

Im Nobreakspace ist im Jahr 2021 insbesondere die Zunahme von Automatisierung bemerkbar. Strommessende Steckdosen, IoT-Lichtschalter, steuerbare LED-Streifen, Staubsaugroboter und vieles mehr, von unterschiedlichsten Herstellern oder selbst programmiert, haben Einzug gehalten und werden über Steuer- und Regelsysteme koordiniert. So sparen wir zum Beispiel Strom, weil wir effizienter Systeme ausschalten können, wenn sie nicht mehr benutzt werden.

Insbesondere aber erlauben uns die Systeme einen genauen und kritischen Blick auf Home-Automation-Technologien, Sensoren und Aktoren, zu werfen. Zusammen mit anderen Technologien, wie z.B. LoraWAN, womit sich Vereinsmitglieder bereits seit Jahren beschäftigen, stellen diese Technologien wichtige Bestandteile dessen dar, was als Smart Home und Smart City angepriesen wird. Ein gutes Verständnis solcher Technologien ist wichtig, um diese Prozesse zu begleiten.

Neben IoT wurde im Space aber noch an vielem, vielem mehr gebastelt z.B. 3D-Animation auf deinem klassichern Osziloskop, Freifunk, dem aufsetzen unseres neuen Servers “Magrathea” und, wie immer: On more logo.

Chaotikum e.V. erfährt ein Update

Auf unserer Mitgliederversammlung 2021 haben wir beschlossen, in unserer Satzung inklusive Formulierungen zu nutzen und das generische Maskulinum abzuschaffen. Dies ist inzwischen nicht nur in der Satzung, sondern auch in den Ordnungen umgesetzt. Es ist aber nicht die einzige Veränderung die wir im offiziellen Vereinsprozedere durchgeführt haben:

Ab diesem Jahr haben wir vom Finanzamt Lübeck die Erlaubnis erhalten, unsere Spendenbescheide digital auszustellen. Auch haben wir große Teile der Arbeit des Vorstands, die noch auf Papier stattgefunden haben, nun endlich digitalisiert. Buchhaltung und Abarbeitung von To-Dos sind dadurch erheblich effizienter geworden.

Trotz unserer Bemühungen einen möglichst geringen negativen Einfluss auf das Klima zu haben, erzeugt der Betrieb eines Hackspaces und der IT-Inrastruktur natürlich einen Austoß an Klimagasen. Dieser ist schwierig zu berechnen. Wir schätzen, dass der Chaotikum e.V. im Jahr 2021 zwischen zwei und sechs Tonnen CO2-Äquivalente verursacht hat. Wir haben daher Klimazertifikate für den Ausgleich von vier Tonnen CO2-Äquivalente erworben, mit welchen das Königsmoor renaturiert wird.

Dankeschön

2021 war also, trotz der notwendigen Einschränkungen, viel los im Chaotikum! Möglich war das alles nur, wegen des Engagements derer, die es getan haben. Sowohl im Chaotikum e.V. als auch allen anderen, mit denen wir bei diesen tollen Veranstaltungen und Projekten kooperieren konnten und die diese unterstützt haben.

Für die Zusammenarbeit wollen wir uns bedanken: Danke!

Wenn Du uns unterstützen möchtest, ist dies z.B. mit einer Spende oder einer (Förder-)Mitgliedschaft möglich. Oder vielleicht möchtest du einfach ein tolles Projekt mit uns umsetzen? Das ist die beste Unterstützung!

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